Trainingsmethoden Selbstverteidigung

Freistellen statt vorgeben

 

Nachdem man mit den Schülern einige Abwehrvarianten eingeübt hat, sollte es ihnen freigestellt werden, welche sie weiter einsetzen oder an der Prüfung anwenden wollen. Nicht alle Techniken liegen den Schülern gleichermassen und so können auch neue Varianten durch sie selbst entstehen.

 

Schlagen statt Hebeln

 

In einer hektischen Situation ist es schwierig, einen schnellen Angreifer am Arm zu packen und eine Hebeltechnik anzuwenden. Das gilt ganz besonders auch bei Messerangriffen. Lieber eine kurze Abwehrbewegung durchführen und den Schwerpunkt auf den Konter legen, auch wenn dabei eine Verletzung in Kauf genommen werden muss. Der Arm des Angreifers sollte immer erst nach einem Schockschlag ergriffen werden.

 

Einfach statt komplex

 

In der Einfachheit liegt die Vollendung. Unter Adrenalin ist das Denkvermögen stark eingeschränkt und komplexe Handlungen kaum mehr möglich. Einfache Abwehr- und Kontertechniken sollten bevorzugt eingesetzt und «Kunstelemente» weggelassen werden. Bei einem Vergewaltigungsversuch ist es einfacher, den Angreifer auf das Auge zu schlagen als eine Befreiungstechnik anzuwenden.

 

Handballen statt Faust

 

Im Nahkampf empfiehlt es sich, nicht mit der Faust zum Kopf des Gegners zu schlagen, da die Handmittelknochen brechen könnten. Sicherer ist es, den Handballen einzusetzen. Eine Alternative dazu sind Ellbogen-Techniken.

 

Schlagkissen statt Boxsack

 

Aus naheliegenden Gründen ist es unabdingbar, die Schlagtechnik ohne Handschuhe zu trainieren. Boxsäcke sind jedoch für das Schlagen mit Handschuhen konzipiert. Geeigneter für die blosse Faust ist die Verwendung von Schlagkissen oder -polstern. Um das Abknicken der Faust beim Aufprall zu vermeiden, müssen die Schüler lernen, das Handgelenk gerade zu halten und mit gepresster Faust und den Knöcheln des Zeige- und Mittelfingers aufzutreffen. 

 

Dynamisch statt statisch

 

Da Aggressoren nicht stillhalten, sollte man mit den Schlagkissen auch dynamisch trainieren. Übung: Der Angreifer, welcher das Schlagkissen hält, kommt im Laufschritt entgegen und muss mit einem geraden Fusstritt gestoppt werden. Die Schüler lernen so, beim Schlagen oder Treten das richtige Timing zu beachten und genügend Kraft einzusetzen, so dass die angreifende Person aufgehalten werden kann.